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Meldung von unerwünschten Ereignissen (AEs, SAEs und SUSARs)
Inhaltliche Freigabe durch: Klaus Ehrlich

Der vorliegende Prozess beschreibt die Meldepflichten und –fristen für Serious Adverse Events (SAEs), Suspected Unexpected Serious Adverse Reactions (SUSARs) während eines klinischen Versuchs bzw. einem Forschungsprojekt an die zuständigen Behörden. Er endet mit der fristgerechten Meldung der geforderten Safety-Informationen an die zuständige Ethikkommission und an Swissmedic.

Cave: Meldungen zu unverzüglichen Sicherheits- und Schutzmassnahmen sind innerhalb von 7 Tagen der Ethikkommission bzw. bei Versuchen mit Medizinprodukten innerhalb von 2 Tagen durch die Prüfperson zu erstatten. Bei klinischen Versuchen der Kategorie B und C erfolgt die Meldung durch den Sponsor an die Swissmedic. Gegebenenfalls muss bei schwerwiegenden Ereignissen zur Fortsetzung der Studie auf eine Stellungnahme durch die Ethikkommission oder Swissmedic gewartet werden.


Adverse Event (AE) liegt vor Meldung von unerwünschten Ereignissen (AEs, SAEs, SUSARs) Prüfperson Sponsor Meldung von unerwünschten Ereignissen (AEs, SAEs, SUSARs) Prüfperson Sponsor AE im Case Report Form bzw. in AE Dokumentation schriftlich festhalten SAE innerhalb von 24h dem Sponsor melden nur 1 Kein SUSAR SUSAR liegt vor AE ist nicht schwerwiegend und kann signiert abgelegt werden Schweregrad (seriousness) des AE prüfen Wo gesetzlich gefordert, SUSAR fristgerecht an Ethikkommission melden Prüfen, ob eine Suspected Unexpected Serious Adverse Reaction (SUSAR) vorliegt SUSAR innerhalb von 24h dem Sponsor melden AE ist schwerwiegend und damit ein Serious Adverse Event (SAE) Wo gesetzlich gefordert, SAE fristgerecht an Ethikkommission melden nur 1 Wo gesetzlich gefordert, SUSAR fristgerecht an Swissmedic melden Zusammen mit Prüfperson jährlichen Sicherheitsbericht erstellen Wo gesetzlich gefordert, jährlichen Sicherheitsbericht an Ethikkommission senden Unerwünschte schwerwiegende Ereignisse dokumentiert und gemeldet FILE Wo gesetzlich gefordert, jährlichen Sicherheitsbericht an Swissmedic senden Unerwünschte schwerwiegende Ereignisse dokumentiert und gemeldet FILE Jährlicher Sicherheitsbericht erstellt FILE SAE zur Kenntnis genommen und dokumentiert FILE SUSAR zur Kenntnis genommen und dokumentiert FILE mind. 1 Unerwünschte nicht schwerwiegende Ereignisse dokumentiert FILE mind. 1 mind. 1

Schweregrad (seriousness) des AE prüfen

Bei einem Adverse Event (AE) handelt es sich um jedes ungünstige Ereignis (einschließlich z.B. abnormaler Laborwerte), jedes Symptom oder jede Erkrankung, die im zeitlichen Zusammenhang mit dem Gebrauch eines Studien-Arzneimittels oder Medizinproduktes auftritt, unabhängig davon, ob ein kausaler Zusammenhang mit dem Arzneimittel oder dem Medizinprodukt angenommen wird oder nicht. Alle Adverse Events werden in den Source Data und im CRF dokumentiert und ärztlich bis zu ihrem Verschwinden überwacht, jedoch längstens bis 30 Tage nach Beendigung des klinischen Teils der Studie.. Sie unterliegen keiner unmittelbaren Meldepflicht.

Die Einschätzung des Schweregrades eines AE ist die erste Entscheidung darüber, ob und wie das Ereignis weiter gemeldet wird. Sie erfolgt durch den Investigator. Während nicht schwerwiegende AEs vom Investigator lediglich in den Source Data und dem CRF dokumentiert werden, gelten für schwerwiegende AEs spezielle Meldepflichten und –fristen.

Ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis (Serious Adverse Event, SAE) ist jedes unerwünschte Ereignis, das

  • zum Tode führt.
  • lebensbedrohend ist.
  • einen Krankenhausaufenthalt erforderlich macht oder einen bestehenden verlängert.
  • zu einer dauerhaften Behinderung führt.
  • eine kongenitale Anomalie oder ein Geburtsdefekt ist.
  • ein anderes, nach medizinischer Einschätzung klinisch relevantes Ereignis zur Folge hat.

SAE innerhalb von 24h dem Sponsor melden

Die Prüfperson meldet dem Sponsor alle SAEs, es sei denn, sie sind durch Erwähnung im Protokoll, in der Investigator’s Brochure oder in der Fachinformation von der Meldung ausgeschlossen.

Wo gesetzlich gefordert, SAE fristgerecht an Ethikkommission melden

Das Vorgehen bei der Meldung schwerwiegender unerwünschter Ereignisse ist komplex und wird von den folgenden Faktoren beeinflusst:

  • Art des klinischen Versuchs (Versuch mit Arzneimitteln, mit Medizinprodukten oder ohne Heilmittel)
  • Kausalitätsbeurteilung
  • Risikokategorie
  • Ausgang des SAEs (tödlich oder nicht tödlich)
  • Monozentrisches oder multizentrisches Verfahren
Bei klinischen Versuchen mit Medizinprodukten schliesst die Meldung schwerwiegender unerwünschter Ereignisse auch die Meldung schwerwiegender Medizinproduktewirkungen (sogenannte 'Serious Adverse Device Effects', SADEs) -auch solche in Folge von Produktmängeln- mit ein.

Die Vorgehensweise sowie die zu verwendenden Dokumentvorlagen bei den verschiedenen Varianten finden sich für die jeweiligen klinischen Versuche in den angehängten Informationsblättern.

Zur Meldung eines SAEs in klinischen Versuchen mit Arzneimitteln oder Medizinprodukten oder eines Serious Events in Forschungsprojekten nach HFV steht die Swissethics Vorlage zur Verfügung.

Prüfen, ob eine Suspected Unexpected Serious Adverse Reaction (SUSAR) vorliegt

In Absprache mit dem Sponsor klärt die Prüfperson die Frage, ob ein Kausalzusammenhang zwischen der Anwendung der Studienmedikation / des Medizinproduktes und dem beobachteten SAE mindestens als möglich beurteilt wird und -falls ja- ob es sich dabei um eine erwartete oder um eine unerwartete Reaktion handelt. Für vermutete unerwartete Reaktionen (sogenannte 'Suspected Unexpected Serious Adverse Reactions', SUSARs) gelten die Regeln des ‚expedited reportings' als unmittelbare Berichterstattung, während erwartete Reaktionen keiner weiteren unmittelbaren Meldepflicht unterliegen.

Als ‚unerwartet‘ im Zusammenhang mit dem Prüfprodukt (Arzneimittel oder Medizinprodukt) bezeichnet man eine Reaktion, deren Natur oder der Schweregrad nicht mit den bekannten Daten über die Sicherheit und Verträglichkeit des Produkts übereinstimmen. Bei zugelassenen Arzneimitteln und Medizinprodukten sind diese Daten in der Fachinformation niedergelegt, bei nicht zugelassenen Arzneimitteln und Medizinprodukten in der Investigator’s Brochure.

Bei klinischen Versuchen mit Medizinprodukten werden SUSARs üblicherweise als USADE ('Unexpected Serious Adverse Device Effect') bezeichnet.

SUSAR innerhalb von 24h dem Sponsor melden

Jeder Verdacht auf eine unerwartete schwerwiegende Reaktion auf das Prüfprodukt ist dem Sponsor innerhalb von 24 Stunden nach Bekanntwerden zu melden.

Wo gesetzlich gefordert, SUSAR fristgerecht an Ethikkommission melden

Die in Heilmittelstudien beobachteten SUSARs sind fristgerecht an die Ethikkommission zu melden. Die Vorgehensweise findet sich für die jeweiligen klinischen Versuche in den angehängten Informationsblättern.

Die zu verwendenden Dokumentvorlagen sind in den gelisteten Referenzen verlinkt.

SAE zur Kenntnis genommen und dokumentiert

Der Sponsor dokumentiert zur Kenntnis gebrachte SAEs im Trial Master File und verwendet diese Informationen zu einem späteren Zeitpunkt zur Erstellung des jährlichen Sicherheitsberichts.

SUSAR zur Kenntnis genommen und dokumentiert

Der Sponsor dokumentiert zur Kenntnis gebrachte SUSARs im Trial Master File und verwendet diese Informationen zu einem späteren Zeitpunkt zur Erstellung des jährlichen Sicherheitsberichts.

Wo gesetzlich gefordert, SUSAR fristgerecht an Swissmedic melden

Bei Heilmittel-Studien der Kategorie B oder C muss der Sponsor SUSARs an Swissmedic melden. Die Vorgehensweise bei den verschiedenen Varianten findet sich für die jeweiligen klinischen Versuche in den angehängten Informationsblättern.

Die gemäss Informationsblatt obligatorisch zu verwendenden Dokumentvorlagen sind in den gelisteten Referenzen verlinkt.

Zusammen mit Prüfperson jährlichen Sicherheitsbericht erstellen

Die während einer klinischen Studie beobachteten unerwünschten schwerwiegenden Ereignisse werden einmal jährlich in einem sogenannten Annual Safety Report (ASR) zusammengefasst. Die Erstellung des ASRs erfolgt in Zusammenarbeit von Sponsor und Prüfperson und liegt in der Verantwortung des Sponsors. Swissethics stellt dazu eine Vorlage zur Verfügung.

Bestandteil des Sicherheitsberichtes sind alle unerwünschten Ereignisse, auch solche, die im Ausland aufgetreten sind.

Jährlicher Sicherheitsbericht erstellt

Der jährliche Sicherheitsbericht, welcher der Ethikkommission und -bei Heilmittel-Studien der Kategorie B und C- auch Swissmedic zur Kenntnis gebracht wird, wird im Trial Master File abgelegt.

Wo gesetzlich gefordert, jährlichen Sicherheitsbericht an Swissmedic senden

Bei Heilmittel-Studien der Kategorie B oder C muss der Sponsor den Bericht an Swissmedic senden. Hierzu ist das angehängte Formular zu verwenden.

Unerwünschte nicht schwerwiegende Ereignisse dokumentiert

Ablage in der Patientenakte: Originale der Adverse Event Dokumentation

Unerwünschte schwerwiegende Ereignisse dokumentiert und gemeldet

Ablage im Investigator-Site-File: Originale der SAE Dokumentation

Ablage im Trial-Master-File: Originale der Serious Adverse Event-Meldungen an Ethikkommission und Behörden und jährliche Sicherheitsberichte


Änderungsdokumentation

Version: 1.0 (05.03.2013) Autor: A. Mattes

Initiale Veröffentlichung unter dem Namen „Meldung von Serious Adverse Events (SAEs) und Suspected Unexpected Serious Adverse Reactions (SUSARs) in klinischen Studien mit Arzneimitteln“ im QMS Klinische Forschung, Clinical Trial Unit, Universitätsspital Basel

Version: 2.0.0 (01.01.2015) Autor: J. Maurer

Anpassung an das Humanforschungsgesetz; Neuer Name. Die GCP-Basis-Prozesse werden nun unter dem Namen QMS Klinische Forschung, Dept. Klinische Forschung, Universitätsspital Basel geführt.

Version: 2.0.1 (10.02.2015) Autor: J. Maurer

Ergänzung der Information, wo die Dokumentation der unerwünschten Ereignisse abzulegen ist; kleinere Korrekturen in den Infotexten

Version: 2.0.2 (21.05.2015) Autor: J. Maurer

Anpassung Dokumente

Version: 2.0.3 (03.08.2015) Autor: A. Mattes

Erstellung dreier spezifischer Informationsblätter zur Meldung unerwünschter Ereignisse als Ersatz des bisherigen Informationsblatts

Version: 2.1.0 (21.08.2015) Autor: A. Mattes

Überarbeitung der Sponsor-Aktivitäten hinsichtlich SAEs und SUSARs; separates Prozessende für die unerwünschten, nicht schwerwiegenden AEs; Separates Informationsblatt für die Forschungsvorhaben nach HFV

Version: 2.1.1 (29.09.2015) Autor: A. Mattes

Aktualisierte Version des Informationsblatts zur Meldung unerwünschter Ereignisse in Arzneimittelstudien

Version: 2.1.2 (24.10.2016) Autor: J. Maurer

Neue Swissethics Vorlagen: Annual Safety Report und Serious Events Report HFV

Version: 2.2.0 (16.01.2017) Autor: A. Mattes

Aktualisiertes Swissmedic-Merkblatt "Meldepflicht zur Arzneimittelsicherheit bei klinischen Versuchen"; Aktualisiertes Informationsblatt zur Meldung unerwünschter Ereignisse in klinischen Versuchen mit Medizinprodukten; neue Swissmedic-Vorlage "Reporting Related to a Clinical Trial" muss auch für das Einreichen des Sicherheitsberichts verwendet werden

Version: 2.2.1 (27.01.2017) Autor: A. Mattes

Aktualistierte Informationsblätter

Version: 2.2.2 (29.05.2017) Autor: A. Mattes

Aktualisierte Swissmedic-Vorlage "Reporting Related to a Clinical Trial"; nähere Spezifizierung der Überwachungsdauer der AEs (längstens bis 30 Tage nach Beendigung des klinischen Teils der Studie).

Version: 2.2.3 (23.11.2017) Autor: J. Maurer

Neue Swissethics Vorlage SAE Report KlinV

Version: 2.2.4 (27.03.2018) Autor: K. Ehrlich

Aktualisierte Informationsblätter

Version: 2.2.5 (16.10.2018) Autor: J. Maurer

Aktualisierung Swissethics und Swissmedic Vorlagen

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